Politische Struktur der irakischen Republik

Aufgrund der 1970 verkündeten, provisorischen Verfassung war der Irak eine volksdemokratische Republik, dies änderte sich jedoch im Jahre 1979, als Hussein an die Macht kam. Politisches Organ mit den größten Befugnissen ist der sog. "Kommandorat der Revolution". Dieser hat u. a. das Recht auf Änderung der Verfassung oder die Verabschiedung von Gesetzen.

Der Ratsvorsitzende ist zugleich der Präsident der Republik, dieses Amt bekleidete Saddam Hussein in den Jahren 1979 bis 2003. Er hatte durch dieses Amt weitgehende Befugnisse, dazu gehörten u. a. das Ernennen oder Absetzen von Ministern oder die oberste Befehlsgewalt über das irakische Militär, dessen Budget am Staatshaushalt bei ca. 8,9 % liegt.

Weiterhin gibt es eine Nationalversammlung, die im Jahr 1980 erstmalig gewählt wurde. Sie setzt sich aus 250 Abgeordneten zusammen. Deren Beschlüsse haben jedoch keinen entscheidenden, sondern nur empfehlenden Charakter.

Die wichtigste Partei im Lande ist die Ba'ath-Partei, alle anderen Parteien waren unter der Herrschaft Husseins verboten. Über innerstaatliche Medien wurde ebenfalls eine starke Zensur seitens des Staates gelegt. (Beispielsweise gibt es staatlicherseits keinen Zugang zum Internet für Privatpersonen.)

Bei der Wahl der Abgeordneten der Nationalversammlung am 28.03.2000 wurde Udai Hussein, Sohn des Präsidenten Saddam Hussein, mit 99,9 % aller Stimmen zum Volksvertreter gewählt. Zudem gehörte zu seinen Posten u. a. das Kommando über die Fedajin-Truppen seines Vaters. Die Wahlbeteiligung bei dieser Wahl lag bei über 90 Prozent, da Nichtwähler im Irak nahezu automatisch als Gegner des Regimes angesehen wurden und entsprechende Konsequenzen zu fürchten hatten.

Wie sich das politische System nach dem Sturz Saddam Husseins im 3. Golfkrieg entwicklen wird, ist derzeit noch unklar und wird sich, wohl hauptsächlich durch die USA bestimmt, erst in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.



Bildung, Kultur und Wirtschaft

Im Irak besteht Schulpflicht für Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren, hierbei ist der Besuch der Grundschulen und der weiterführenden Schulen kostenlos. Dennoch liegt die Analphenbetenrate der irakischen Bevölkerung bei den Männern bei ca. 29,3 % und bei den Frauen sogar bei 55 %!

Der Irak bezeichnet sich (ebenso wie das Nachbarland Syrien) als "Wiege der menschlichen Kultur", wobei der Anspruch auf diese Bezeichnung vor allem auf die historische Bedeutung des Zweistromlandes Mesopotamien zurückzuführen ist. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass das irakische Gebiet einer der ältesten Kulturräume der Welt ist, deren Höhepunkte in der mesopotamischen Zivilisation und im abbasiddischen Kalifat liegen.

Die irakische Flagge (weiter unten abgebildet) besteht aus den Farben rot, weiß und schwarz und stellt drei Sterne dar. Diese hatten symbolischen Charakter, als sich 1963 der Irak, Syrien und Ägypten um die Gründung einer Vereinigten Arabischen Republik bemühten. Obwohl dieses Vorhaben nicht realisiert werden konnte, wurden die Sterne beibehalten.

Als Sehenswürdigkeiten im Irak gelten vor allem die Ruinen bei Ur, Uruk, und Babylon. Aufgrund der irakischen Geschichte in der jüngeren Vergangenheit ist der Tourismus sehr stark zurückgegangen und ist heutzutage nur noch von äußerst geringer Bedeutung.

Wirtschaftlich konzentriert sich der Irak daher vor allem auf die vorhandenen Erdölvorkommen, da auf irakischem Boden die zweitgrößten Ölverkommen der Welt (ca. 12 %) vermutet werden. Die Ölwirtschaft nimmt daher auch fast die Hälfte des gesamten Bruttoinlandprodukts ein (45 %). Durch bestehende Sanktionen seitens der UNO ist es jedoch kaum bzw. nur schwer möglich, eine einigermaßen funktionierende Wirtschaft im Irak aufzubauen.

Zudem lastet auf dem Irak (wie vielen afrikanischen / arabischen Staaten) ein hoher Schuldenberg: Inoffiziell schätzt man bestehende Auslandsschulden auf etwa 130 Milliarden US-Dollar. Zudem wird der Irak durch Reparationszahlungen in unbekannter, jedoch dreistelliger Milliardenhöhe belastet.




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