Chronologie der Monate vor dem 3. Golfkrieg


August 2002
Bereits Anfang August beginnen im US-Senat die Tagungen bzgl. eines möglichen Krieges gegen den Irak, dabei ist die Regierung der USA gespalten, während einerseits (Dick Cheney, Vizepräsident, Donald Rumsfeld, Verteidigungsminister) ein aggressives Vorgehen gefordert wird, sprechen sich andere (Colin Powell, US-Außenminister) für eine diplomatische Lösung aus. Weltweit wird ein Krieg gegen den Irak offen abgelehnt, unter anderem sogar von einstigen Feind des Iraks, dem Iran.

Der Irak erklärt sich zudem einverstanden, die Inspektionen durch Vertreter der UNO fortzusetzen, um somit einen Krieg abzuwenden. Zudem fehlt in der Weltöffentlichkeit die Unterstützung der USA für einen Krieg gegen den Irak, Saudi-Arabien lehnt z. B. eine Stationierung von US-Truppen auf seinem Boden kategorisch ab, wenn diese für einen Angriff auf den Irak eingeplant sind.

Weiterhin kommt es zu einem Treffen der US-Regierung mit der irakischen Opposition unter Führung von Scharif Ali bin El Hussein, der den Amerikanern ein schnelles Ende Husseins prophezeit, da dieser kaum mit Unterstützung aus dem eigenen Volk rechnen könne. Am 10. August bekräftigen Cheney und Rumsfeld ihre Unterstützung für einen "freien und demokratischen" Staat Irak, für den der Sturz Husseins Vorraussetzung sei. Dennoch gibt es noch keine genauen Pläne für einen Krieg gegen den amerikanischen Erzfeind.

Nur einen Tag danach erklärt der irakische Staatschef sich bereit, alle Resolutionen der UNO zu erfüllen und den Inspekteuren ungehinderten Zugang zu allen Einrichtungen im Irak zu gewährleisten. Dennoch droht er zugleich, dass sich im Falle eines US-Angriffs das irakische Volk zu wehren wisse.

US-Präsident Bush weiß derzeit die Unterstützung seines Volkes, sprechen sich doch laut Umfragen mehr als zwei Drittel für militärische Aktionen gegen den Irak aus. Dennoch sinkt die Zustimmung auf unter 50 Prozent, falls die USA einen Alleingang den Irak planen.

Die UNO sieht eine Möglichkeit zur Abwendung eines Krieges der USA gegen den Irak vor allem darin, die UN-Waffeninspekteure bald möglichst wieder ins Land zu lassen, damit sie ihre Arbeit aufnehmen und fortsetzen können. Gleichzeitig äußert Hans Blix, UN-Chefinspekteur die Vermutung, dass Hussein nur Zeit schinden wolle, um einen Angriff durch die USA möglichst lange hinauszuzögern.


September 2002
Während es am 1. September, dem Weltfriedenstag, in Deutschland zu Massendemonstrationen gegen einen Irak-Krieg kommt, ist die US-Führung noch immer gespalten. Außenminister Powell bevorzugt eine Rückkehr der Inspekteure in das Land statt einer militärischen Lösung, wie Donald Rumsfeld sie befürwortet.

Nachdem selbst Staaten wie Syrien und Pakistan eine Unterstützung der USA im Falle eines Krieges gegen den Irak verweigert haben, steht die Weltmacht nahezu ohne Unterstützung da. Einzig das US-protegierte Israel beginnt sich auf einen militärischen Konflikt vorzubereiten, zudem sichert Großbritannien seine Unterstützung auch ohne ein Mandat der UNO zu.

In der Nacht zum 6. September fliegen ca. 100 britische und US-Kampfflugzeuge in die Region am Persischen Golf und attackieren Ziele im Irak. Ziel dieser Aktionen waren Luftabwehrstellungen der Iraker, die zerstört werden sollten. Daraufhin regt sich wiederum in der Weltöffentlichkeit Protest gegen ein militärisches Vorgehen gegen den Irak.

Am 7. September treffen sich US-Präsident Bush und der britische Premier Blair in Camp David, dort beginnen die Beratungen über einen Krieg gegen den irakischen Gegner. Am gleichen Tag kommt es zu einem Treffen zwischen Frankreichs Staatsführer Chirac und Bundeskanzler Schröder, die beide weiterhin einen Krieg ablehnen und dies bekräftigen.

Die USA suchen nach weiteren Gründen, die einen Angriff gegen den Irak vor der Weltöffentlichkeit rechtfertigen können. So wird beispielsweise behauptet, der Irak sah binnen weniger Monate in der Lage, atomare Massenvernichtungswaffen herzustellen und dies müsse verhindert werden. Doch ein ehemaliger UN-Inspekteur widerlegt diese Behauptung und kontert, dass der Irak gar nicht dazu in der Lage sei, irgendwelche Waffen herzustellen. Weiterhin weist Dick Cheney darauf hin, dass es Beziehungen zwischen dem Irak und dem Terrornetzwerk der Al Qaida gebe, die ein militärisches Vorgehen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus erlauben würden. Doch auch diese Behauptung kann bis dato nicht einwandfrei belegt werden und wird als Wunschdenken des US-Vizepräsidenten abgetan.

Eine diplomatische Lösung hingegen bietet Frankreichs Präsident Jacques Chirac an: Seiner Auffassung nach solle dem Irak ein Ultimatum gestellt werden, die UN-Inspekteure wieder ins Land zu lassen. US-Präsident Bush unterstützt das Ultimatum der UNO, weist aber daraufhin, dass es sich dabei nur noch um Tage und Woche handeln könne. Dennoch folgen weitere Drohungen seitens der USA und Großbritannien in Richtung irakischer Staatsführung, falls Hussein nicht schnellst möglich mit den UN-Inspekteuren zusammenarbeite.

Am 17. September erfolgt in einem Schreiben an UN-Generalsekretär Kofi Annan das Einlenken des Iraks. Darin wird bestätigt, dass der Irak bereit sei, die Inspekteure wieder ins Land zu lassen um nachzuweisen, dass der Irak über keine Massenvernichtungswaffen verfügt. Die Welt atmet erstmals auf, dennoch bleibt die Gefahr eines drohenden Krieges weiter bestehen.

Dennoch geht in den nachfolgenden Wochen das diplomatische Gerangel um die Lösung des Konflikts weiter. Bush, der nach einem schnellen, militärischen Angriff drängt, fertigt am 27. September gemeinsam mit Tony Blair einen Resolutionsentwurf an, der es den Alliierten erlaubt, für den Fall, dass die UN-Waffeninspekteure bei ihren Untersuchungen behindert werden, sofort militärisch gegen den Irak vorzugehen.

Am 30. September treffen sich Vertreter der UNO und des Iraks in Wien, um gemeinsam Verhandlungen über die Arbeit der UN-Inspekteure im Irak durchzuführen und wichtige Details zu klären.


Oktober 2002
In einem weiteren UN-Resolutionsentwurf, den die USA vorlegen, wird dem Irak eine Frist von 30 Tagen gesetzt, um nachweislich alle vorhandenen Massenvernichtungswaffen aufzuführen. Diese Auflistung soll dann von der UNO überprüft werden und auf deren Korrektheit kontrolliert werden.

Zudem äußert der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, sich dazu, dass es das Ziel der USA sei, das Regime Hussein zu beenden und dass man hierbei auch auf Unterstützung der irakischen Oppositionellen und des Militärs hoffe. Laut Fleischer sei es wesentlich kostengünstiger, wenn der irakische Diktator durch die Gewehrkugel eines Attentäters sterbe als durch einen Krieg der USA. In den nächsten Tagen kommt es wieder zu Bombardements der USA und Großbritanniens im Süden des Irak.

Befürworter des Irak-Krieges: Donald Rumsfeld, US-Verteidigungsminister Erst am 17. Oktober legt die USA einen weiteren Entwurf für eine Resolution vor, der erstmals nicht automatisch den Einsatz von Gewalt beinhaltet, nachdem alle vorherigen Rsolutionen von den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates abgelehnt worden waren, da sie eben diese militärische Option enthielten. Dennoch wird auch dieser Entwurf letztlich abgelehnt.

Am 25. Oktober erfolgt überraschend ein Resolutionsentwurf seitens Frankreichs und Russlands. Dieser sieht vor, dass bei Zuwiderhandlungen seitens des Iraks militärische Aktionen erst nach einer zweiten Resolution ermöglicht werden.

Einen Tag danach kommt es weltweit zu Demonstrationen gegen einen Irak-Krieg, in Washington und San Francisco gehen fast 200.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Pläne ihrer Regierung zu protestieren. Auch in vielen Städten Deutschlands kommt es zu solchen Aufmärschen der Bevölkerung.




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